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IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben

IG Metall Geschäftsstelle Friedrichshafen-Oberschwaben



Gute Arbeitsbedingungen sind Maßarbeit

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01.10.2013 Monotonie und ungesunde Körperhaltung bei der Arbeit machen auf Dauer krank. Bei der ZF gibt es nun in Halle 9 eine vorbildliche Montagelinie mit optimaler Ergonomie und gesundem Arbeitsumfeld.

Mit diesem Projekt bewerben sich die ZF-Betriebsräte für den Betriebsrätepreis 2013.

In Halle 9 bei ZF in Friedrichshafen werden Getriebe für schwere Lkw gebaut. Die Montage der Getriebe EcoSplit und AS Tronic ist wegen ihrer Größe und ihres Gewichts eine große ergonomische Herausforderung. Lärm, wenig Raum, keine Sicht, Stolperfallen, Unfallgefahren, Monotonie und einseitige Fehlbelastungen waren in der Vergangenheit das täglich Brot für die Beschäftigten.

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Die Betriebsräte mussten sich dazu noch dem Druck des Unternehmens nach kürzeren Taktzeiten erwehren. Das hätte die Beschäftigten dort noch mehr belastet. Als es nun darum ging, in der Halle 9 die Montagelinie zu modernisieren, machten die Betriebsräte Nägel mit Köpfen. Zusammen mit der Montageleitung überlegten sie, wie man ein gesundheitsverträglicheres Montagesystem etablieren könnte. Unterstützung kam vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO).

Zukunftsorientierte Produktion

Das Projekt macht in der Branche unter dem griffigen Titel M3 Furore. M3 steht für markt- und mitarbeiterorientierte Montage und ist auf der Höhe der Zeit: Es setzt neueste Erkenntnisse zu Ergonomie, Arbeitspsychologie und Arbeitsstrukturierung um. Störende Einflüsse wie ungesunde Körperhaltungen, Belastungen, Eintönigkeit und Lärm wurden schon in der Planungsphase ausgeschaltet. Bereits hier flossen Grundsätze wie optimale Arbeitshöhe, Zugänglichkeit, Lärm, Klima und Greifräume usw. ein.

Durch das Projekt markt- und mitarbeiterorientierte Montage M3 hat sich in Halle 9 vieles verändert. Die Getriebe werden auf neuartigen Trägern montiert, der sogenannten modularen Niederflurbahn. Dabei lässt sich die Arbeitshöhe individuell einstellen, das Montageobjekt wird automatisch gedreht, so dass der Monteur überall gut hinkommt. Nach dem Prinzip der Jobrotation muss keiner dieselben Handgriffe den ganzen Tag eintönig wiederholen. Elektrische Schrauber ersetzen die früheren lauten Luftdruckschrauber. Die Arbeitsplätze wurden so gestaltet, dass alle Altersgruppen in der Bandmontage optimale gesundheitserhaltende Bedingungen vorfinden. Junge Arbeitnehmer können so gesund bleiben, wenn sie älter werden. Ältere bleiben länger fit.

Investitionen rechnen sich

Das Arbeitsumfeld in Halle 9 ist durch M3 deutlich angenehmer, leiser und gesünder geworden. Das Unternehmen profitiert von flexiblen und kürzeren Taktzeiten. Das sichert langfristig die Arbeitsplätze in der Montage. "M3 ist ein echtes Vorzeigeprojekt geworden", freut sich Betriebsrat Achim Dietrich-Stephan. Der Betriebsrat konnte schon in der Planung seine Mitbestimmungsrechte bei der Arbeitsplatzgestaltung wirksam anwenden.

"Wir können mit dem Projekt M3 zeigen, dass es bei der gesundheitsorientierten Gestaltung der Arbeitsplätze um harte ökonomische Fakten geht. Denn zukünftig geringere Ausfallzeiten der Beschäftigten und eine insgesamt höhere Rentabilität des Systems liegen im Eigeninteresse von ZF", sagt Dietrich-Stephan. Eine Betriebsvereinbarung zu M3 unterstreicht dessen Wichtigkeit für das Unternehmen, ebenso die Patentierung der Modularen Niederflurbahn, dem Herzstück des neuen Montagesystems. Die markt- und mitarbeiterorientierte Montage bei ZF besitzt hohe Symbolkraft für andere Unternehmen. Die Nominierung von M3 für den Betriebsrätepreis 2013 zeigt, wie viele gute Ideen darin stecken, die auch in anderen Unternehmen umgesetzt werden können.

Letzte Änderung: 01.10.2013


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